Die Behandlung der Coxarthrose

Vorbeugung (Prävention) der Coxarthrose

Hier unterscheidet man drei verschiedene Präventionsstufen: Die primäre Prävention soll die Entstehung der Erkrankung verhindern. Die sekundäre Prävention dient dazu das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die tertiäre Prävention soll mögliche Folgeschäden vermeiden.

Physiotherapie als Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining gehören zu jeder primären Behandlung der Arthrose

Um das Entstehen der Erkrankung zu vermeiden, eignen sich die unter Präventive Maßnahmen gegen Arthrose aufgeführten Maßnahmen. Beim Kniegelenk sollten eventuelle Verletzungsfolgen (z.B. Kreuzband- oder Meniskusrisse, verletzungsbedingte Knorpeldefekte, Abscherfrakturen von Knorpelfragmenten) und alle Erkrankung die Formstörungen verursachen (z.B. Osteochondrosis dissecans) rechtzeitig behandelt werden. Weiterhin spielen das Körpergewicht und die medizinische Einstellung von systemischen Erkrankungen (Blutzucker, Gicht, Rheuma, Hämophilie etc.) eine wichtige Rolle.

Bei Frühformen der Erkrankung sollten Sie sich zusätzlich von Ihrem Arzt über die unter Arthrose Therapie konservativ und gelenkerhaltenden Operationsverfahren des Hüftgelenks aufgeführten Therapieformen beraten lassen und diese ggf. in Anspruch nehmen.

Bei fortgeschrittenen Erkrankungen bleibt in der Regel nur noch der künstliche Gelenkersatz, um mögliche weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Ausführliche Beratung unter Verwendung aktueller Leitlinien und Fachinformationen sowie Broschüren, Prothesenmodellen oder Originalimplantaten

Professor Bitsch erklärt die Behandlung der Coxarthrose

Unsere Untersuchungen bei Verdacht auf Coxarthrose

Die Untersuchungen in unserer Praxis gliedern sich in mehrere Phasen:

Ausführliches Gespräch

Zuerst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über die Krankheitszeichen und Beschwerden, weitere eventuell bestehende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Allergien, über die Vorgeschichte der Erkrankung, den Verlauf und die bisherige Therapie sowie über möglicherweise bestehende Risikofaktoren.

Ausführliches Anamnesegespräch unter Würdigung aller mitgebrachten Unterlagen
Nur eine sorgfältige körperliche Untersuchung führt zur richtigen Diagnose und Behandlungsindikation

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss daran folgt die körperliche Untersuchung. Diese gliedert sich in die Betrachtung (Inspektion), das Abtasten (Palpation), das Überprüfen der Funktion, des Bewegungsausmaßes sowie der Stabilität. Zudem werden einzelne anatomische Strukturen speziellen Provokationstests unterzogen.

Weiterführende Untersuchungen

Im Anschluss folgen weitere apparative Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Sonographie, Röntgenbilder, CT, MRT, EOS, Szintigraphie, Bestimmung der Knochendichte, Gang- und Bewegungsanalyse, etc.) sowie Blutuntersuchungen oder falls notwendig Punktionen des betroffenen Gelenks.

Der offene Magnetresonanztomograph (Open-MRT) der Radiologischen Gemeinschaftspraxis in der ATOS Klinik ist mit einer Feldstärke von 1,0 Tesla für alle Untersuchungen geeignet
Digitale EOS Arbeitsstation zur Erstellung von Ganzkörperaufnahmen mit 3-D-Rekonstruktion und niedriger Strahlendosis
Digitaler Volumentomograph (DVT) SCS MedSeries® für die 3D-Extremitätendiagnostik

Besprechung und Behandlungsempfehlung

Die Ergebnisse werden anschließend im Detail mit Ihnen besprochen, es wird gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Behandlungsempfehlung ausgearbeitet und alle Ihre offenen Fragen geklärt.

Konservative, nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten der beginnenden Coxarthrose

Interferenzstrom-Behandlung als Beispiel für die elektrophysikalischen Therapieformen

Bei der konservativen, nicht operativen Therapie der Hüftgelenksarthrose ist zu beachten, dass das Hüftgelenk relativ weit im Köperinneren liegt und deshalb einigen der oberflächlich, von der Haut aus wirkenden, lokalen Behandlungsmöglichkeiten nicht so gut zugänglich ist wie z.B. das Kniegelenk.

Grundsätzlich bestehen die hier aufgeführten Therapiemöglichkeiten.

Computergestütztes Planungsbild einer Hüftprothesenimplantation

Operative Therapie der Coxathrose

Folgende operative Therapiemaßnahmen kommen für das Hüftgelenk in Frage:

Zu den sinnvollen gelenkerhaltenden Operationsverfahren gehören:

  • Arthroskopische Chirurgie am Faserknorpelring der Hüftpfanne, Abtragung von Knochenvorwölbungen am Schenkelhals und Entfernung freier Gelenkkörper im Hüftgelenk bei entsprechenden Formstörungen
  • Beckenosteotomien bei Hüftpfannendysplasie
  • Osteotomien des hüftgelenksnahen Oberschenkelknochens zur Korrektur von Fehlstellungen
AP-Röntgenbild eines Beckens nach Durchführung einer Triple-Osteotomie und Kirschnerdrahtosteosynthese
Schemabild (links) und Röntgenbild (rechts) eines Kurzschaft-Hüftprothesensystems (Optimys® Schaft, RM Pressfit vitamys® Pfanne, Firma Mathys) oben und eines bewährten Hüftprothesensystems normaler Länge (Corail®-Hüftschaft und Pinnacle®-Hüftpfanne, Firma DePuy Synthes) unten

Zu den sinnvollen gelenkersetzenden Operationsverfahren gehören:

  • Minimalinvasive (AMIS-Technik, DAA) Operationsmethoden
  • Hüfttotalendoprothese zementfrei minimalinvasiv mit Kurzschaftprothese und Keramik-Keramik Gleitpaarung für junge aktive Patienten
  • Hüfttotalendoprothese zementfrei minimalinvasiv mit Standardschaftprothese und Keramik-Keramik oder Keramik-Crosslinked Polyethylen Gleitpaarung bei starken Stoßbelastungen der Hüfte
  • Hüfttotalendoprothese hybrid oder zementiert bei schlechter Knochenqualität, Nebenerkrankungen oder hohem Alter
  • Duokopfprothese (Hüftkopf-Teilprothese, bipolare Hemiendoprothese) bei medialer Schenkelhalsfraktur im hohen Alter und hohem OP-Risiko durch weitere Erkrankungen