Computernavigierte Implantation von Knieprothesen

Häufig gestellte Fragen meiner Patienten

Was ist eine computernavigierte Knieprothese?

Eine computernavigierte Knieprothese wird mit Unterstützung eines speziellen Kamera- und Computersystems implantiert. Bei der Operation werden reflektierende Marker kniegelenknah im Ober- und Unterschenkel fixiert sowie die wichtigen Instrumente für die Ausrichtung der Prothese mit solchen Markern versehen. Der Computer kann nun mit Hilfe des Stereo-Kamerasystems (Aufnahme von 3D Bildern) sehr genau die Position der Marker und ihre Bewegungen bestimmen und damit die Beinachse, die Prothesengrößen, die Ausrichtung der Prothesenkomponenten, sowie die Bandspannung im Kniegelenk optimieren (Abbildung 1).

Macht die Computernavigation eine Operation sicherer?

Neben der genaueren Implantat-Positionierung hat die Computernavigation den Vorteil, dass der Markraum des Oberschenkelknochens (Femur) geschlossen bleibt und es zu einem geringeren Blutverlust und weniger verschleppten Blutgerinnseln (Thromboembolien) kommt. Damit wird auch die Notwendigkeit von Bluttransfusionen minimiert und die Operation sicherer.

Abbildung 1) Computernavigierter Sägeblock zur Implantation einer Knieprothese
Mit Hilfe eines im Oberschenkelknochen (Femur) fixierten Navigationsmarkers und eines weiteren Navigationsmarkers wird der Unterschenkel-Sägeblock und seine Position zum Knochen ermittelt und durch die Millimeter- und Grad-genaue Anzeige auf einem Bildschirm im Hintergrund optimiert.

Übernimmt die Computernavigation die Implantation der Knieprothese?

Nein der Computer selbst führt keine Operationsschritte aus. Die Computernavigation macht einen Korrekturvorschlag während der Operation mit dem sich der Operateur aktiv auseinandersetzen muss – die optimale Implantation hängt auch damit wesentlich von der Erfahrung des Operateurs ab

Berücksichtigt die Computernavigation auch die Bandstabilität eines Kniegelenkes?

Die neueste Generation der Computernavigationssysteme kann den Zustand der kniegelenksstabilisierenden Weichteile und Bänder berücksichtigen (Abbildung 2) und bietet eine deutliche Erleichterung bei deren optimalen Einstellung (Balancierung).

Abbildung 2) Kontrolle der Bandspannung
Optimierung und Anzeige der Bandspannung über den gesamten
Bewegungsumfang des Kniegelenkes (gelbe Linien rechts des weißen Pfeils). Im konkreten Fall ist der Beugespalt oben und der Streckspalt unten noch nicht ausreichend balanciert.

Führt die Computernavigation zu besseren Langzeitergebnissen in der Knie-Endoprothetik?

Gerade die jüngeren Patienten unter 65 Jahren profitieren von der Computernavigation mit einem geringeren Risiko für Wechseloperationen und Prothesenlockerungen im Australischen Register 2019 (Abbildung 3).

Gibt es Risiken bei der Computernavigation von Knieprothesen?

Die Computernavigation führt in der Regel zu einer etwas längeren Operationszeiten von 10 -20 Minuten. Weiterhin ist die sichere Fixierung der Marker nur mit zusätzlichen Bohrungen in den Oberschenkel (Femur) und Unterschenkelknochen (Tibia) möglich. Beide Faktoren können in seltenen Fällen auch zu Komplikationen führen.

Abbildung 3) Lockerungsrate von navigierten Knieprothesen im Australischen Register 2019
Im Schaubild ist das Risiko für eine Knieprothesenlockerung über der Zeit nach der Operation aufgetragen. Farblich getrennt: Grün computernavigiert und jünger als 65 Jahre ca. 2% nach 15 Jahren / Gelb nicht navigiert und jünger als 65 Jahre ca. 4% nach 15 Jahren.

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