Injektionstherapie

Häufig gestellte Fragen meiner Patienten

Was versteht man unter der Spritzenbehandlung (Injektionstherapie) bei Arthrose?

Injektionen (Spritzen) sind gerade in der Behandlung von Gelenkbeschwerden eine häufig angewandte Therapieform. Der Vorteil der Injektionstherapie ist, dass Medikamente und Wirkstoffe in relativ hoher Konzentration gezielt an den Ort der Knorpeldegeneration gebracht werden können (Abbildung 1). Die Wirkung der Spritzen ist abhängig vom verwendeten Medikament:

  • Bei Entzündungen wird häufig das entzündungshemmende Cortison eingesetzt.
  • Bei starken Schmerzen können Anästhetika Verspannungen lösen und so den chronischen Schmerzkreislauf durchbrechen.
  • Bei degenerativen Erkrankungen der Gelenke (Gelenkverschleiß Arthrose) können die Schmier-, Stossdämpfer- und Ernährungsfunktion der Gelenkflüssigkeit (Synovia) durch Hyaluronsäure verbessert werden oder die Gelenkflüssigkeit (Synovia) mit Wachstumsfaktoren aus Blutplättchen (ACP / Eigenbluttherapie) angereichert werden.
  • Weiterhin können auch pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel Verwendung finden.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen der Spritzenbehandlung?

Die Risiken von Spritzenbehandlungen hängen vom verwendeten Medikament ab und beinhalten:

  • Nebenwirkungen des eingespritzten Medikamentes
  • Allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen
  • Einblutungen
  • Gewebeverletzungen
  • Infektionen

Abbildung 1) Spritzenbehandlung (Injektionstherapie) bei Arthrose
Oben eine Spritze zur Eigenbluttherapie (autologes konditioniertes Plasma/ACP) und unten eine Hyaluronsäurespritze.

Was ist das Neue an der Doppelkammerspritze?

Hierbei handelt es sich um eine Hyaluronsäurespritze, die in zwei Kammern zwei verschiedene Hyaluronsäuren mit unterschiedlichem Molekulargewicht und unterschiedlicher Kettenlänge verabreichen (injizieren) kann.

Hierbei soll die kürzere und leichtere, hochkonzentrierte Hyaluronsäure in der ersten Kammer die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit normalisieren und Entzündungsvorgänge unterbrechen. Die lange und schwerkettige, niedrigkonzentrierte Hyaluronsäure in der zweiten Kammer soll einen Schmierfilm auf den Knorpeloberflächen bilden.

Es werden damit zwei Wirkmechanismen in einer Spritze kombiniert. Die Datenlage zur Wirksamkeit ist jedoch noch relativ schwach – in einer ersten Studie über 200 Patienten konnte ein Vorteil zu herkömmlicher Hyaluronsäure gezeigt werden.

Was verstehet man unter der Eigenbluttherapie?

Durch eine Blutentnahme und ein spezielles Herstellungsverfahren kann das so genannte Plättchen-reiche Plasma (PRP) oder autologe konditionierte Plasma (ACP) aufbereitet werden (Abbildung 2).

Es handelt sich damit um körpereigenes (autologes) Blut, das durch eine spezielles Zentrifugationsverfahren konditioniert, d. h. von den restlichen Blutbestandteilen (z. B. Erythrozyten und Leukozyten) weitgehend getrennt und konzentriert wird.

Durch die Gabe von ACP am Wirkungsort wird eine erhöhte Konzentration von Blutplättchen (Thrombozyten 2-3 fach konzentriert gegenüber Vollblut) bei fast vollständiger Abwesenheit von weißen und roten Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) erreicht.

Von diesen Blutplättchen (Thrombozyten) werden nun Wachstumsfaktoren freigesetzt, die körpereigene Heilungsvorgänge d. h. Bildung von neuen Zellen, Gewebe und von Blutgefäßen unterstützen und schmerzhafte Entzündungsvorgänge beenden können.

Abbildung 2) Blutentnahme zur ACP Therapie
Blutentnahme aus der Ellenbeuge mit Hilfe eines speziellen Doppelspritzensystems für die Eigenbluttherapie (autologes konditioniertes Plasma / ACP). Anschließend wird dieses im gleichen geschlossenen System zentrifugiert und kann danach in ein Gelenk gespritzt werden.

Ist die Spritzenbehandlung für meine Arthrose geeignet?

Prinzipiell ist hier zu sagen, dass frühe Arthrose Stadien ohne Verlust der Formgebung und ohne strukturelle Defekte deutlich besser auf die Spritzenbehandlung reagieren als fortgeschrittene Arthrosen. Ich sehe die Indikation bis zu mittelgradigen Arthrosen mit erhaltenem Restgelenkspalt (Abbildung 3).

Eine Untersuchung bei Ihrem Orthopäden und ein Röntgenbild unter Gewichtsbelastung des betroffenen Gelenks können diese Frage beantworten.

Wie erfolgt die korrekte Durchführung einer Injektion? Auf was sollte man bei der Behandlung achten?

Um das Risiko einer Keimverschleppung zu reduzieren, empfehlen die aktuellen Leitlinien, die Punktion mindestens unter den räumlichen Bedingungen eines sogenannten Eingriffsraums durchzuführen.

Bei der Lagerung des Patienten ist darauf zu achten, dass keine Kontamination durch Kleidungsstücke des Patienten erfolgen kann. Eine Kniegelenkspunktion erfordert daher in der Regel das Entkleiden der unteren Extremitäten des Patienten.

Von einer Rasur bei starker Körperbehaarung wird abgeraten. Nur wenn die Haare stören wird die Kürzung durch „Clipping“ empfohlen.

Für die Hautdesinfektion beim Patienten ist Wisch- oder Sprühdesinfektion möglich. Dazu müssen aber die Anwendungshinweise des eingesetzten Desinfektionsmittels vor allem hinsichtlich der Einwirkzeit beachtet werden.

Das Tragen steriler Handschuhe ist bei der Punktion in unserer Praxis selbstverständlich. Sofern ein Spritzenwechsel mit Diskonnektierung erfolgt, wird auch das Tragen eines Mund-/Nasen-Schutzes empfohlen.

Bei schwer zugänglichen und weit in der Körpertiefe liegenden Gelenken wie z.B. dem Hüftgelenk bei kräftigen Patienten wird in der Regel eine Bildgebung (Röntgen-, CT-, oder Ultraschallgerät) zur Kontrolle der Nadelposition und zur korrekten Applikation des Medikamentes verwendet.

Eine schriftliche Aufklärung und Information zum Verhalten bei Komplikationen und die Angabe einer Notfall-Telefonnummer muss erfolgen bzw. sollte mitgegeben werden.

Abbildung 3) Arthrose Stadien des Hüftgelenkes
Die Abbildung zeigt von I bis IV ein fortschreitendes Arthrosestadium des Hüftgelenkes mit zunehmendem Verlust der Kugelform und des Gelenkspalts. Die Spritzenbehandlung macht Sinn bis zu mittelgradigen Arthrosen mit zumindest teilweise erhaltenem Gelenkspalt.

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