Kurzschaftprothese

Häufig gestellte Fragen meiner Patienten

Auf was sollten junge Patienten mit einer fortgeschrittenen Coxarthrose achten?

Junge Patienten sollten vor der Operation möglichst viel Zeit mit konservativen Therapieformen gewinnen.

Junge Patienten sollten knochensparend operiert werden, um eine eventuelle spätere Wechseloperation leichter durchführen zu können.

Junge Patienten sollten minimalinvasiv operiert werden, um bei der ersten Operation keine Muskulatur zu verlieren.

Junge Patienten sollten mit einer besonders abriebarmen Gleitpaarung (möglichst Keramik auf Keramik) versorgt werden.

Junge Patienten sollten mit einem besonders zuverlässigen Implantat versorgt werden (Abbildung 1).

Was versteht man unter einer Kurzschaftprothese?

Unter einer Kurzschaftprothese versteht man kurze Hüftprothesenschäfte, die sich jedoch erheblich unterscheiden und sich über das Ausmaß der Knochenentfernung (Resektion) am Schenkelhals (Schenkelhalserhalt, teilweiser Schenkelhalserhalt und Schenkelhalsresektion) einteilen lassen.

Abbildung 1) Beispiel für eine Kurzschaftprothese mit guten Ergebnissen im Australischen Register
Kurze metaphysär verankernde Hüftprothese, die gerne von mir verwendet wird und mit welcher gute Registerdaten vorliegen (über 1000 Implantationen mit 1,3% Revisionsrisiko).

Was ist der Vorteil einer Kurzschaft-Hüftprothese?

Kurzschaft-Hüftprothesen haben den Vorteil, dass weniger Knochen am Oberschenkelknochen (Femur) bei der Implantation verloren geht, was eine mögliche spätere Wechseloperation begünstigt (Abbildung 2).

Was ist der Nachteil einer Kurzschaft-Hüftprothese?

Kurzschaft-Hüftprothesen haben den Nachteil, dass weniger Implatatoberfläche zur Verankerung zur Verfügung steht und somit bei schlechter Knochenqualität oder ungünstiger Biomechanik ein höheres Lockerungsrisiko bestehen kann. Weiterhin gibt es viele verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Formen, Verankerungsprinzipien und deutlichen Unterschieden in der Haltbarkeit.

Abbildung 2) Knochenverlust mit Kurzschaftprothese im Vergleich zur Hüftprothese mit normaler Länge
Bei der Kurzschaftprothese (links) ist ein teilweiser Erhalt des Schenkelhalses (obere grüne Linie) möglich. Weiterhin kommt es zu weniger Knochenverlust am großen Rollhügel (grüne Fläche) und der Prothesenschaft reicht weniger weit in den Markraum hinein (untere grüne Linie).

Sind Kurzschäfte nur für junge Patienten geeignet?

Für die erfolgreiche Implantation von Kurzschaft-Hüftprothesen ist eine gute Knochenqualität und die anatomische Form des oberen (proximalen) Oberschenkelknochens maßgebend, das Patientenalter spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Es macht jedoch in einem Alter, in dem nicht mehr mit Wechseloperationen gerechnet werden muss, keinen Sinn auf die höhere Sicherheit einer Prothese mit normaler Länge zu verzichten.

Wie lange ist die Haltbarkeit einer Kurzschaftprothese?

Die von mir verwendeten Kurzschaftprothesen gehören zu den Besten auf dem Markt und haben seit ihrer Markteinführung ein vergleichbares Lockerungsrisiko wie Hüftprothesen mit normaler Länge. Es bestehen jedoch noch keine Langzeitdaten für einen Nachbeobachtungszeitraum über 10 Jahren (Abbildung 3).

Abbildung 3) Langzeitergebnisse der Hüfttotalendoprothesen im Australischen Register 2019 – Kurzschäfte vs. Hüftschäfte mit normaler Länge
Im Schaubild wird das Risiko für eine Wechseloperation über der Zeit nach der Hüftprothesenimplantation für Kurzschäfte (grün, Mini Stem) im Vergleich zu normal langen Schäften (blau) aufgetragen. Das Risiko für eine Wechselopration des künstlichen Hüftgelenkes unterscheidet sich nicht wesentlich für die beiden Prothesengruppen, wobei für Kurzschäfte eine geringere Nachbeobachtungszeit besteht und deutlich weniger Implantate untersucht wurden.

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