AMIS-Technik

Häufig gestellte Fragen meiner Patienten

Was versteht man unter der AMIS-Technik?

Unter der AMIS-Technik versteht man die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes über den direkten vorderen Zugang (Direct Anterior Approach) unter Verwendung einer natürlichen Muskellücke (Hueter Intervall) vor der Muskelloge des Musculus tensor fasciea latae (Abbildung 1, schwarzer Pfeil).

Die angrenzenden Muskeln können mit wenig Spannung zur Seite gehalten werden, da sie einen langen Verlauf vom Becken zur Knieregion haben und damit unempfindlich gegen Dehnung sind. Muskelverletzungen können mit dieser Operationsmethode in der Regel vollständig vermieden werden.

Handelt es sich bei der AMIS-Technik um ein neues Verfahren?

Es handelt sich bei der AMIS-Technik um ein altes und bewährtes Verfahren, der Zugangsweg wurde bereits 1870 vom deutschen Chirurgen Carl Hueter für Operationen an den Hüftgelenken entwickelt und erstmals beschrieben.

Abbildung 1) Anatomie des direkten vorderen (DAA) AMIS Zugangsweges im Hueter Intervall
Minimales Risiko für eine Schädigung der Muskulatur oder der versorgenden Nerven, da der operative Zugang (schwarzer Pfeil) zwischen den Muskeln und zwischen deren Nervenversorgungsgebieten (grün Oberschenkelnerv und rot, oberer und unterer Gesäßnerv) verläuft.

Was sind die Vorteile der AMIS Technik?

Die Vorteile der AMIS Technik und unseres Behandlungskonzeptes mit dem RotexTable bestehen in:

  • Weniger Blutungen, besserer Muskelkraft (Abbildung 2), weniger Schmerzen, schnellerer Rekonvaleszenz
  • Weniger Komplikationen, Frühe Mobilität, kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • Freier firmenunabhängiger Implantat-Wahl, alleinig nach anatomischen und endoprothetischen Gesichtspunkten
  • Maximaler Sicherheit für den Patienten, da volle Kontrolle des elektrisch verfahrbaren Rotex OP-Tisches und damit der Lagerung durch den Operateur

Gibt es spezielle mit der AMIS Technik verbundene Risiken oder Nachteile?

Das spezielle Risiko der AMIS-Technik besteht vor allem darin, dass diese sich von einer anderen Richtung aus – nämlich von vorne – dem Hüftgelenk nähert was eine Umstellung für den Operateur bedeutet. Wie bei jedem Zugang besteht ein Verletzungsrisiko für benachbarten anatomischen Strukturen wie z.B. dem Hautnerven N. cutaneus femoris lateralis, dem Muskel M. tensor fasciae lata oder den Ansätzen der Außenrotatoren, was durch Erfahrung und eine sorgfältige Operationstechnik vermieden werden kann.

Abbildung 2) Auswirkung der OP-Technik auf die Muskulatur in einem axialen MRT des Beckens
Deutliche Reduktion der Muskelmasse links im Bild (rechte Patientenseite) nach Implantation einer Hüftprothese über einen konventionellen seitlichen Zugang, diese wird durch den AMIS-Zugang vollständig und zuverlässig verhindert.

Was ist das Besondere am AMIS Behandlungskonzept von Prof. Bitsch in der Heidelberger ATOS Klinik?

Das Besondere an unserem Behandlungskonzept ist, dass es sich um ein extrem sicheres und schonendes Verfahren handelt unter Verwendung eines speziellen Operationstisches, des RotexTables der deutschen Firma Condor (Abbildung 3). Die Vorteile diese Systems liegen in:

  • Die Kontrolle über jede Bewegung des Patientenbeins liegt beim Operateur, da der RotexTable Operationstisch über einen Fußschalter direkt vom Operateur bedient wird.
  • Die Sicherheitstechnik des Antriebs zum Verfahren des Tisches arbeitet nur in spannungsfreiem Zustand – damit wird eine Überdehnung anatomischer Strukturen des Beines verhindert.
  • Verbesserter Hygiene, da weniger Personen im OP-Saal notwendig sind
  • Es bestehen individuell einstellbare Widerlager für eine optimale Anpassung an den Patienten und zur Vermeidung von Druck.
  • Die Polsterung und Fußhalterung funktionierten nach dem Prinzip eines individuell einstellbaren Ski-Stiefels mit sicherem Halt.
  • Eine Röntgenkontrolle der Implantation ist jederzeit möglich.

Wie lange ist die Haltbarkeit einer AMIS Hüfte?

Die Haltbarkeit einer Amis Hüfte unterscheidet sich bei der Verwendung von bewährten Implantaten nicht von anderen Implantationsverfahren und beträgt über 92% nach 15 Jahren im Australischen Register (alle Geschlechter-, Prothesen- und Altersgruppen).

Abbildung 3) ROTEX Tisch der CONDOR® MedTec GmbH, Salzkotten
Elektrisch verfahrbarer und durch den Operateur bedienbarer Operationstisch, Rotex Tisch der deutschen Firma Condor, mit ausgeklügelter Sicherheitstechnik, die eine Überdehnung von anatomischen Strukturen verhindern kann.

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